Erdungsqualität messen - Blitzerde - HES/PAS

Im Zusammenhang mit größeren PV-Anlagen kommt ja immer wieder das Thema Erdung und Erdungsqualität auf. Wir haben ein Haus aus dem Baujahr 1973 und aus dieser Zeit stammt natürlich auch die Erdung. Wir haben eine PAS Potentialausgleichsschiene im Keller (Heute HES - Haupterdungsschiene genannt), wo einfach 2 verzinkte Bauflachstähle (3x30mm) aus dem Fundament kommen, wo dann eine dickere Schiene eher fragwürdig angeklemmt ist, von der dann jeweils die Erdungskabel (eher 10 als 16mm2 abgehen). Ich gehe davon aus, dass es sich hier um einen Fundamentringerder handelt - bin aber nicht sicher, was zu dieser Zeit bei uns üblich war?

Zusätzlich hatten wir auf dem Dach eine Blitzanlage, die wir aber zugunsten einer größeren PV abgebaut haben (zumindest was das Dach angeht). Nun kam ich auf die Idee, die PV-Schienen neben einer 10mm2-Cu-Verkabelung mit der HES an den Ecken noch mit der alten Biltzerde zu verbinden, die an diagonal gegenüberliegenden Ecken des Hauses in die Erde abgehen. Normalerweise geht man wohl davon aus, das Blitzerde und HES im Fundamenterder verbunden sind - damit bei einem Blitzeinschlag überall im Haus gleiches Potential herrscht.

Jetzt habe ich festgestellt, dass zwischen PE und einem der Blitzerder (mit der die PV verbunden ist) ein DC-Widerstand von ca. 20 Ohm liegt (gemessen mit verschiedenen Fluke-DMM). PE habe ich einfach von einer Steckdose abgenommen - kann sein dass dort eine schlechte PE-Verbindung besteht. Zur Sicherheit, habe ich jetzt noch eine Meßleitung (1,5mm2) direkt von der HES zu dieser Blitzerde geführt und noch einmal gemessen - der gleiche Wert.

Zum Test habe ich rund um den Blitzerder an der Hausecke noch 5 l Salzwasser über eine Gießkanne verteilt um den Erdwiderstand in der Nähe der Blitzerde zu verringern - aber allerdings keinerlei Effekt dadurch messen können.

Würde jetzt eine zusätzliche 10mm2 (sollte wohl eher 16mm2 sein) Leitung von HES zu diesem Blitzerder ziehen, damit hier ein Ausgleich hergestellt wird und alles auf das gleiche Potential gehoben wird.

Meint ihr, das Vorgehen ist so richtig oder ist evtl. die ganze Erdung Pfusch? Wie könnte man die Erdungsqualität sonst noch verbessern oder vernünftig messen? Braucht man zwingend teure Spezialgeräte oder reicht ein gutes DMM?

Z.Z. ist natürlich die Erde aufgrund der längeren Hitze recht trocken und damit ein schlechter Leiter - ob das hier einen Einfluß hat?

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Obacht… Blitzschutz ist nicht Potenzialausgleich.

Ich bin da jetzt zu viele Jahre raus und kenne die aktuellen Regelwerke nicht.

Für die Potenzialschiene im Haus setzt man eigentlich einen seperaten Spieß.

Der Blitzschutz sollte, wenn ich mich recht entsinne an die letzten Neubauten, getrennt sein.

Das Fluke Installationsmessgerät z.B. hat eine Meßkombi für das Ausmessen eines PA - Erdspießes. Da wird dann ein Dreieck aufgebaut mit langen Messstrippen, wo man normalerweise den Drehstrom misst an den Anschlüssen am Messgerät. Ein Anschluß ist dann die Sonde und die anderen beiden Pole bilden dann das Dreieck.

Ein normales DMM kannst dafür knicken.

Für die beste Ableitung des Blitzschutzes gibt es wieder eine eigene Messung.

Die Zeiten, wo man einfach alles an den PA klemmt, sind schon lange vorbei, meines Wissens. Wenn man nichts anderes zur Verfügung hat, kann man mit 16mm² erden. Wenn die Möglichkeit besteht, sollte man trennen.

Muss man sich aber genau mit beschäftigen. Wie gesagt, ich bin da zu lange raus.

Da muss man ganz schön aufpassen, sonst holt man sich das Ding ins Haus und das ist doof.

Deswegen wird getrennt nach interner und externer Überspannung. Ist der ins Haus eingedrungen, wird Dreistufig weggeleitet gegen PA ( Grob/Mittel/Feinschutz ). Extern wird der Abgeleitet ins Erdreich und da darf der dann seinen Spannungstrichter bilden und sich austoben.

Wir selber hatten Blitzschutz nie selber gemacht bei den Neubauten, da kam immer eine externe Firma, die hatte sich darum gekümmert. PA war unser Boot im innern und mussten uns darum kümmern.

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Schau mal hier

https://www.dehn.de/de/loesungen/gebaeude/einfamilienhaus

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Somit muss eigentlich jedes Kabel, was das Haus verlässt oder rein kommt, durch einen Überspannungsschutz getrennt und dadurch geschützt werden.

Sprich Kabel für die Außensteckdose, für das Carport, für die PV, für die Außenlampe usw usw so nahe wie nur möglich am Gebäudeausgang /-Eingang. Damit der Blitz erst gar keine Möglichkeit findet, sich im Gebäude zu verteilen. Das kann das schon ein klein wenig aufwendig machen :slight_smile:

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Danke Euch! Das hat man früher (Bj. 1973) ziemlich sicher so nicht gemacht. Wir hatten nicht einmal einen ÜSS/SPD im Zählerschrank - bevor letztes Jahr die PV-Anlage zugebaut und angeschlossen wurde. Jetzt habe ich SPDs auch im GAK vor dem Wechselrichter kurz nach dem Eingang ins Haus. Aber auch div. Außensteckdosen waren nie an ein SPD angeschlossen. M.E. unterbricht der SPD ja auch nicht die Leitung, sondern leitet bei auftretender Überspannung diese gegen Erde ab.

Und natürlich möchte Fa. Dehn gerne, dass so viele wie möglich von diesen Dingern verbaut werden :wink: Die Frage ist, ob es 1973 üblich war den Blitzschutz von der PAS/HES zu trennen - was ich vermute - oder nicht? Gemini meint, dass man das heute eher verbinden sollte, weil eben - je nach Blitzintensität - eine hohe Potentialdifferenz zwischen HES und Blitzerde auftreten könnte und somit der Blitz ggf. auf andere Elektroleitungen wie z.B. PV-Kabel überspringen könnte. Mit ein paar Mio. Volt lässt ja fast jede Isolierung locker überwinden.

Es spricht m.E. nichts dagegen alles miteinander zu verbinden, wenn der Querschnitt ausreichend ist, so dass der Blitz von überall möglichst schnell und niederohmig zur Erde kommt. Dann müßte man aber alles was außen entlangläuft mind. mit 16mm2 erden und nicht mit 10 oder 6. Offiziell ist ohne äußeren Blitzschutz eine sog. Funktionserde für die PV-Schienen vorgesehen, die mit 6mm2 geerdet werden kann. Aber natürlich können die PV-Schienen auch als guter Blitzfang dienen und dann reichen die 6mm2 natürlich nicht und man holt sich einen guten Teil des Blitzes ins Haus. Schwierige Sache dieses Thema…

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:slightly_smiling_face: Früher war ja auch die größte Elektronikkomponente der Antennenverstärker unterm Dach. Der Herd hatte noch Heizwiderstände und das Bügeleisen war aus übrig gebliebenen Panzerstahl :grin:

Heute ist alles anders. Alles Mögliche hat ein kleines Netzteil, damit es per W-LAN und Bluetooth kommunizieren kann. IOT bis hinein in die Glühlampe über dem Küchentisch. Ein Blitz und in der Hütte funktioniert nichts mehr. Früher hatte der Brenner im Keller ne kleine Regelplatine, heute sind das Rechnersysteme in Verbindung mit der Wärmepumpe und der Solaranlage auf dem Dach, alles vernetzt. Der Kühlschrank zeigt Videos von Youtube und kauft bei Rewe automatisch ein, sobald die Milch alle ist.

Klar, man kann sich gegen sowas versichern, man sollte sich aber auch sicher sein, das alles in der Versicherung enthalten ist.

Ich wollte keine Werbung für DEHN machen, aber man sieht dort schön, wie umfangreich das werden kann :upside_down_face:

Aber, ich hab gerade noch mal das Video am laufen vom Helmut. Schau dir das mal an :slight_smile: Hat mich auch wieder etwas aufgefrischt.

Kurz um… es geht um den Berührungsschutz durch den PA.

Nicht um Blitzschutz. Blitzschutz ist ein eigenes Thema

Gruß

Michael

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Danke Michael! Ich glabue das Video von ‘Prof. Wood’ habe ich auch schon 2x gesehen. Der ist immer wieder sehenswert. Manchmal kommt er aber auch nicht richtig zum Punkt.

Ich bin mir inzwischen ziemlich sicher, dass bei uns Blitzschutz und HES/PAS noch kompl. getrennt sind - sollte man wohl heute nicht mehr so machen. Dann muß die Erde aber auch wirklich gut und niederohmig sein. Werde unsere Erde einfach lokal nochmal verbessern. Ein paar Kreuzerder einschlagen etc.

Na, dem Helmut sind da auch die Hände gebunden und man möge ihm verzeihen, wenn er gelerntes Wissen nicht in Umsatz umwandeln kann, weil auch sein Tag nur 24 Stunden hat.

Weißt du, meine beiden größeren Brüder sind gelernte Hauer unter Tage. Sprich, die haben gelernt im dunkeln Stumpf auf Kohle zu klopfen…. Das war es aber auch schon.

Immer wenn irgendwas ist, fragen die mich und wenn ich denen sage, woher soll ich das Wissen kommt als Antwort “ Du bist doch Elektriker ! “ … das geht mir voll auf den Keks :slightly_smiling_face:

Auch ein Elektromeister kann gar nicht alles Wissen. Klar kann der das komplette Regelwerk studieren wie blöde, nur was hat der davon, wenn der nur 10% davon in Lohn wandeln kann.

Auch kann man die Aus- und Weiterbildung zum Elektromeister von früher nicht mehr mit heute vergleichen. Die Zeiten sind vorbei.

Zudem schwebt ja immer das Copyright des VDE über seinem Kopf und angeschissen wurde der oft genug für seinen Kanal. Ein Kampf gegen Windmühlen.

Er sagt ja nicht umsonst, dass Blitzschutz eine eigene Fachrichtung ist. Da kommen so viele Gebäudeteile zusammen, dass das alles ausgemessen, ausgerechnet und gezeichnet werden muss als Datenaufnahmepunkte. Das ist ja schon aufwendig ohne Ende :slight_smile:

Da brauchst du ja für ein ordentliches Angebot schon eine Woche und ob du den Auftrag kriegst, steht auf einem anderen Blatt. Da kommt ein anderer Honk “ Mach ich Draht, stecke Erde, alles gut “ Der Honk kriegt tausend Euro und der erste hat umsonst gearbeitet eine Woche lang.

Aber so ist das halt :slight_smile:

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