Hochspannungstrafo mit Ferritkern von Aliexpress, 3kW / ca. 20kV

Hallo Leute

Nun ist es tatsächlich soweit, dass jeder günstig und ohne Ölbad Hochspannung mit massiv Leistung selber erzeugen kann, ohne dass er einen seltenen Röntgentrafo dafür benötigt. Ich habe auf Aliexpress einen Trafo gefunden, der gemäss Anbieter dauerhaft 3kW schafft und ca. 20kV RMS. Die Kosten für den Trafo belaufen sich auf knapp 90 Euro inkl. Versand. Der Trafo ist HV-seitig vergossen, womit man sich den ganzen Ärger, den ein Ölbad mit sich bringt, sparen kann.

Ich konnte nicht widerstehen und habe einen solchen Trafo reingezogen und getestet. Die Leistung von 3kW kommt auf jeden Fall hin, und auch die Isolation scheint durchaus zu halten. Ich habe mich für die Version 100:1 Windungsverhältnis entschieden, da mir dies für den Betrieb mit gleichgerichteter Netzspannung optimal schien. Auf der Primärseite habe ich eine neue Wicklung mit ca. 13 Windungen aufgebracht. Nachfolgend einige Bilder und Videos zum ersten Testlauf an einer IGBT-Vollbrücke mit ca. 20kHz Frequenz und voller Netzspannung einfangsseitig:

Der Trafo sieht auf den Aliexpressbildern relativ klein aus, hat aber in Wirklichkeit einen relativ grossen Kern. Hier ein Grössenvergleich zwischen dem Trafo von Aliexpress und einem AC-Zeilentrafo:

Ein Video kommt etwas später…

Nachfolgend noch der Link zum Angebot von Aliexpress:

Ich werde wohl noch weitere solcher Trafos reinziehen, mindestens einen zweiten, damit ich beide Kaskaden einzeln befeuern kann. Damit wird der Aufbau dann massiv einfacher, da die Trafo-Ölbäder entfallen werden. Evt. werde ich auch vier solche Trafos kaufen, damit ich für jede Kaskade zwei Stück parallel schalten kann.

EDIT: Kann man hier auch Videos hochladen? Oder sollte man diese auf youtube posten und dann verlinken?

Hier mal der Link zum Video:
Video HV-Trafo

Beste Grüsse
kilovolt

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Hallo und einen schönen Abend, hallo Kilovolt, mords Teil dieser HV Trafo , und das für fast ume :+1: :grinning: . Eine schöne aufgeräumte Werkstatt du hast :heart_eyes: , ich hätte da schon bamel, ne Jakobsleiter auf der Werkbank in Betrieb zu nehmen. Vielen Dank noch für den Link und den Test - Aufbau :white_check_mark: .Viele herzliche Grüße von axon-F.

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Wow, saftiges Teil! Danke fürs Testen! :smiley:

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Danke vielmals für Eure Inputs, axon-F und Paul!
@axonf: Die Spannung beträgt höchstens 20kV, das ist nicht gefährlich für die umliegenden Geräte. Einzig die drei Labormultimeter, welche einen sehr hochohmigen Spannungseingang besitzen (>11GOhm beispielsweise für das 34401A), schütze ich durch das gegenseitige Kurzschliessen aller Eingänge. Ansonsten sehe ich das nicht so eng. In dem HV-Labor, in dem ich beruflich tätig bin, haben wir ganz in der Nähe der 100kV-Elektrode einen Kalibrator stehen und selbst das scheint kein Problem zu sein :wink:

Beste Grüsse
kilovolt

Hallo Kilovolt,

ein sehr schönes Teil, vor allem wie schön die Sekundärspule vergossen ist. Meinst du, du schaffst damit bald einen Meter mit deinen Kaskaden?

Wenn ich unsere Arten der Arbeiten vergleiche, mit dem Aufwand und den Bauten, von den Kosten werden wir ähnlich betroffen sein, nur dass meine Bauten durch Kunststoffschweißerei, Sägerei und Spulenwicklerei ("eben auch der “Ölsauerei”) und langsamer mühsamer Arbeit entsteht. Von den Kosten von allen Teilen, auch des Drahts, liegt so ein Induktor momentan bei 800 € Materialkosten. Die Arbeit rechne ich da nicht. Ich denke, dass bei deinen Kaskaden alles zusammen auch in der Preisliga liegt, egal ob du manches geschenkt bekommen hast oder nicht.
Ich suche nur noch eine Schaltmöglichkeit ohne Wagnerschen Hammer, um später meterlange Blitze zum Sprühen zu bringen. Also schnelles Laden und Entladen der Kondensatoren. Ich verstehe zu wenig von elektrischen Schaltkreisen und habe auch nicht mehr das Auge und die Geduld solcher feinen Lötarbeiten. Sonst hätte ich mich auch mal an das Thema gewagt. Es tut mir aber jetzt schon irgendwie Leid, dass ich eine ganze Trafo-Induktorgeschichte aus den letzten 20 Jahren verschrotten muss, weil ich keinen Platz mehr habe und die neuen viel gewissenhafter isoliert sind.

Deine zwei Türme kannst du in eine schöne Glasvitrine oder Schaukasten stellen und als Deko für dein Wohnzimmer verwenden :blush:

Meine Apparate müssen leider wie ausgestoßene Hunde draußen bleiben, obwohl ich gerne so einen “Hausbruder” als HV-Möbel ins Wohnzimmer stellen würde. Natürlich voll funktionstüchtig, so wie ein Plasma-ball :smile:

Leider gehört mir das Haus nicht, in dem ich wohne.

Gruß, Matse :smile:

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Hallo kilovolt,
tolles Teil dieser HV-Trofo - vor allem zu dem Preis! Da juckt es mich ja auch fast wieder in den Fingern, obwohl ich schon eine Weile nichts mehr mit HV gemacht habe. Mir fällt auch deine sauber eingerichtete Werkstatt auf - alles fein säuberlich angeordnet und aufgeräumt. Hatte mal damit angefangen Ordnung da rein zu bringen, aber die Platznot führt dann immer wieder schnell zum Chaos :joy:

Bin schon gespannt auf die nächste Monster-Kaskade mit 1m Elektrodenabstand :sunglasses:

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Hallo und eine schönen guten Morgen Allerseits :white_check_mark: . Da könnte man ja auch gleich ne Sammelbestellung beim Ali aufgeben :+1:. Bei einem solchen Ferritkern- Trafo hat man eben den Vorteil , das man gut :+1: Spannung und Leistung steuern kann. Schlussendlich kommt da ja auch ne HF HV heraus, mich würde mal interessieren, wie weit man mit der Spannung Primärseitig heruntergehen kann. Die Windungszahl der Primärseite ist ja wegen der Sättigung des Kern s schon vorgegeben, ich würde dann eh ne Standart Royer ZVS verwenden. Da bei Kilovolts Aufbau 13 Windungen verwendet werden, würde das wohl auch mit 2x6 Windungen funktionieren? Interessant wäre ja auch, wie weit man mit der Frequenz nach oben kommt. Viele herzliche von axon-F.

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Guten Abend, Gentlemen, hallo axonf! Eine Sammelbestellung bringt’s wohl eher nicht, da die Chinesen für jeden Trafo einzeln die Versandkosten berechnen. Wollte am Anfang gleich zwei Stück auf einmal nehmen, was doppelte Versandkosten bedeutet hätte. Es ist auch klar, warum das so ist :wink: Die Chinesen zahlen so gut wie keine Versandkosten und rechnen aber die Versandkosten dann als zusätzlichen Gewinn für den Artikel ein. So kann der Verkäufer die Artikelkosten vermeintlich tief halten und holt trotzdem maximale Kohle ein :wink:

Leider gibt es zu dem Trafo kein Datenblatt. Einzige Angaben des Verkäufers sind die Maximalspannung von 20kV RMS auf der vergossenen HV-Seite und ein Übersetzungsverhältnis von 100:1 (bei 5 Windungen primärseitig), sowie die Leistung von 3kW dauerhaft. Ich persönlich würde mit der Frequenz nicht höher gehen als 20 bis 25kHz, da ich befürchte, dass bei höheren Frequenzen wegen dielektrischen Leckströmen die Isolation wesentlich früher durchschlägt. Zur Windungszahl primärseitig: Der Verkäufer liefert den Trafo mit nur 5 Windungen auf der Primärseite. Dann dürfte er aber wohl nicht mehr für gleichgerichtete Netzspannung taugen. Mein Anhaltspunkt ist folgender: 20kV auf der HV-Seite sind fest vorgegeben. Das Windungsverhältnis kann glaube ich in zwei Varianten gewählt werden, bei mir ist es 100:1, es werden aber auch Trafos angeboten mit 320:1 oder so. Wenn man von einem 100:1 ausgeht, könnte man schlussfolgern, dass bei einer primärseitigen Windungszahl von 5 Windungen HV-seitig also 500 Windungen aufgebracht sein müssten. Damit kann man natürlich auch auf das Sättigungsverhalten des Kerns schlussfolgern resp. auf die Primärspannung. Bei mir wären also mit einem Verhältnis von 100:1 primärseitig etwa 200V erlaubt, nun habe ich jedoch 500Wdg zu 13 Wdg, macht also ein Verhältnis von nur noch 38:1, damit wären dann also theoretisch über 500V primärseitig erlaubt, bis die Sättigungsgrenze des Kerns kommt. Ob das jetzt alles genau so stimmt, weiss ich nicht, aber ich habe auch bei gleichgerichteten 270VAC vom Variac (=382VDC als Brückenspannung) kein Problem festgestellt.

Ich habe absichtlich das kleinere Übersetzungsverhältnis gewählt, weil es mir geeigneter erschien, um primärseitig mit bereits relativ hoher Spannung einspeisen zu können. Wählt man ein bedeutend höheres Übersetzungsverhältnis, so darf die Primärspannung nicht mehr so hoch werden, was dann natürlich für gleiche Leistung den Strom in die Höhe treibt, was ich wiederum ungünstig finde, einerseits wegen den Verlusten, welche quadratisch zum Strom steigen, andererseits auch wegen der Erwärmung der Primärwicklung.

@Matse:

Wenn ich unsere Arten der Arbeiten vergleiche, mit dem Aufwand und den Bauten, von den Kosten werden wir ähnlich betroffen sein, nur dass meine Bauten durch Kunststoffschweißerei, Sägerei und Spulenwicklerei ("eben auch der “Ölsauerei”) und langsamer mühsamer Arbeit entsteht. Von den Kosten von allen Teilen, auch des Drahts, liegt so ein Induktor momentan bei 800 € Materialkosten. Die Arbeit rechne ich da nicht. Ich denke, dass bei deinen Kaskaden alles zusammen auch in der Preisliga liegt, egal ob du manches geschenkt bekommen hast oder nicht.

Sicher lassen sich unsere Projekte kostenmässig teilweise vergleichen. Für meine Projekte muss ich vermutlich etwas wneiger Zeit aufwenden, auch wenn der Bau von elektronischen Schaltungen inkl. Fehlersuche manchmal auch nicht ganz simpel ist. Ich weiss aber mit Sicherheit, dass ich diejenigen Arbeitsgänge, die Du bei Deinen Geräten machst, nicht könnte. Ich habe leider nie gelernt zu schweissen und überhaupt bin ich mechanisch leider eher mit zwei linken Händen zur Welt gekommen :wink: Aber es ist doch cool, dass es eben unterschiedliche Lösungsansätze gibt und alle führen irgendwie über (Um-)Wege zum Ziel :wink: In diesem Sinn: Weiterhin viel Spass beim Bauen, Konstruieren, Testen und Lichtbögen ziehen :wink:

Gruss kilovolt

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So, inzwischen habe ich ein “Trafoboard” gebaut. Einfach rudimentär die wichtigsten Komponenten zusammengeklopft, um das Kaskadensetup später schnell auf- und abbauen zu können. Zudem habe ich nach weiteren erfolgreichen Tests noch einen zweiten solchen Ferrittrafo bestellt und wenn dieser ankommt, werde ich noch ein weiteres solches Board bauen, diesmal jedoch nur mit Brücke und Trafo, da der Treiber des ersten Boards bereits ein Signal für eine zweite Endstufe bereitstellt.

Generell bin ich bis jetzt ziemlich überzeugt von diesen Trafos. Sie bieten eine relativ hohe Leistung und sie scheinen mir durchaus leerlaufsicher. Habe auch ohne Jakobsleiter versucht, also wirklich Leerlaufbetrieb, und dies klappte prima, somit müssten die Trafos den Kaskadenbetrieb problemlos mitmachen. Klar, liess ich die Schaltung jetzt nicht stundenlang im Leerlaufbetrieb, aber manuell mit Arcstick rumarcen und kleine Pausen dazwischen ging gut ohne üble Zwischenfälle :wink:

Hier noch einige Bilder des Trafoboards. Den Trafokern habe ich nicht direkt auf die Holzplatte montiert, sondern auf einer separaten Plexiglasscheibe. Der grosszügigie Abstand zwischen Kühlkörper der Brücke und Trafo ist absichtlich, um die Trafoisolation nicht ohne Not zu stressen. Die HV-Ausgänge sind auf Keramikisolatoren angebracht, und weisen eine 4mm Buchse für Laborstecker auf. Diese stammen von ausgeschlachteten Röntgenboards. Man möge mir die Holzgrundplatte verzeihen, aber ich arbeite halt immer noch gerne mit Holz. Geht schnell und ist zweckmässig.

Gruss kilovolt

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Hallo und einen schönen :sun_with_face: guten Morgen, hallo Kilovolt, ein wirklich vielversprechendes Setup - Vollbrücke und der große DC Link Klotz paßt schön in die Mitte der IGBT Module :+1: . Viele herzliche Grüße von axon-F

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Hallo axon-F

Danke vielmals für die lobenden Worte :wink: Es wird sich dann im Alltag zeigen, wie robust diese Trafos wirklich sind. Ich möchte aber nur ungerne wieder zu den Öltanks mit den Röntgentrafos zurück. Falls sich die Isolation der Trafos bewährt, kaufe ich vielleicht noch zwei weitere Trafos und hänge sie parallel zu den ersten. Dann hätte ich für jede Kaskade 6kW zur Verfügung, wenn die Angabe des Chinesen stimmt :wink: Gerne halte ich Euch auf dem Laufenden.

Ein herzlicher Gruss
kilovolt

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Hallo kilovolt,

sieht doch sehr ordentlich und sauber aus der Aufbau :blush:
Ich nutze nach wie vor auch gerne Holz, Multiplex u.ä. für solche Aufbauten und habe alle meine Netzteile immer mit Holzgehäusen gebaut - gab nie ein Problem. Den HV-Bereich könnte man natürlich zusätlich mit Plexiglas o.ä. noch weiter isolieren, ist aber vermutlich nicht nötig. Mir fällt aber auf, dass der Kühlkörper nicht optimal montiert ist, es sei denn Du hast da noch einen seitlichen Lüfter montiert? Aber vermutlich ist er groß genug um auch ohne aktive Kühlung die IGBTs genügend zu kühlen. Wenn die Lamellen hochkant stünden, wäre der passive Kühleffekt sicher besser - allerdings würde es den Aufbau wohl erschweren.
Bin gespannt, wie sich die Trafos in der Praxis bewähren. 6 kW Dauerleistung wäre schon sehr ordentlich und meist übertreiben die Chinesen ja recht hemmungslos :wink:

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Hallo Multi-kv

Danke vielmals für Deinen Kommentar!
Den Trafokern habe ich in der Tat mit einer kleinen Plexiglasplatte vom Holzgrundbrett isoliert. Bei so hochfrequenter AC-Spannung sind solche Sachen teilweise schon entscheidend für eine gute Performance. Der Kühlkörper ist nicht ideal montiert, da hast Du recht, aber es geht dort nicht so gewaltig zu und her. Zum einen wird das Setup nicht allzulange am Stück betrieben, zum anderen sollte die Verlustleistung auch nicht so krass ausfallen, immerhin sind die Leistungen recht gering, wenn man bedenkt, dass solche IGBTs teilweise original in Konvertern mit einer Leistung in der Grössenordnung von 100kW verwendet werden. Da sind meine Anforderungen an die IGBTs vergleichsweise gering. Das Einzige, was ich nicht so wirklich unter Kontrolle habe bei dem Setup ist die Isolationsfestigkeit des China-Trafos (die Leistung glaube ich in diesem Fall den Chinesen durchaus nach einigen Kurzversuchen). Hinsichtlich der Isolation lasse ich es einfach mal drauf ankommen. Werde dann wohl bei Gelegenheit mal einen Check mit einer angeschlossenen Kaskade durchführen.

Beste Grüsse
kilovolt

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Hallo Kilovolt,

eine Zeit lang habe ich auch fast nur noch mit Kunststoff gebaut, aber heute arbeite ich auch gerne mit Holz. Mein Marx-modell soll auch aus Holz bestehen. Und wenn es fertig ist, möchte ich es an eine Zimmerwand schrauben. Aber zuerst muss es natürlich gebaut werden und auch funktionieren :slightly_smiling_face:.

Wie immer ist dein Aufbau sehr sauber und hat auch das richtige Funktionsdesign :slightly_smiling_face:. Das ist durchaus dein handwerkliches Geschick.

Bei meinem Megavolt-Induktor muss ich wohl noch etwas warten. Ich habe beim Bestellen die Hälfte vergessen. Mit dem Draht und allem sonst komme ich wohl schon bald auf 700 € :face_with_raised_eyebrow:.

… ja das ist ein teures Hobby. Aber wenn ich daran denke, dass es als Wert in 7 Tankfüllungen schon wieder weg ist …und es wird nicht billiger.
Den Arbeitswert darf ich gar nicht mit einbeziehen. Naja, manche Leute gehen für 500 € ins Bordell, andere versaufen ihr Geld oder verspielen es …schreibe ich nur um mein Gewissen zu beruhigen …

Gruß, Matse :ugly_hammer:

Hallo Leute

Erstmal ein gutes neues Jahr @All :wink:

Leider komme ich nur langsam voran mit dieser Sache, deshalb die seltenen Updates, aber dafür scheint bis jetzt das, was ich schon ausprobiert habe, ziemlich gut zu klappen. Inzwischen habe ich beide Trafoboards mit den Ferrittrafos und deren Ansteuerungen fertiggestellt und beide funktionieren auch wie vorgesehen. Nachträglich konnte ich durch entsprechende Versuche auch bestätigen, dass eine einseitige Erdung bei den Aliexpress-Trafos möglich ist. Dies ist für mich entscheidend, da die nachfolgenden Kaskaden an ihren Fusspunkten geerdet werden müssen und somit auch eine Erdung der Trafosausgänge vorausgesetzt werden muss.

Hier die fertigen Trafoboards. Evt. werde ich später jedes Board nochmals um einen weiteren Trafo in Parallelschaltung ergänzen.

Inzwischen habe ich meinen Fokus jedoch eher auf die Widerstände gelegt. Die Problematik bei den alten Setups war nämlich, dass es an den Widerstandsketten massiv sprühte und es teilweise auch zu grösseren Überschlägen gekommen ist. Aus diesem Grund möchte ich jetzt ein neues Design ausprobieren, diesmal mit Feldformung für die Widerstandsketten. Konkret habe ich mir dies folgendermassen vorgestellt: Die Widerstandsketten kommen in 75mm Polypropylen-Abflussrohre, welche dann jeweils seitlich mit einem 160mm Toroid ergänzt werden. Für die Befestigung der Toroide an den Rohren habe ich mir gedacht, dass ich einfach mittig durch die Rohre eine M5-Polyamid-Gewindestange durchziehe und dann die Toroide mit ihren Mittelbohrungen dort ranschraube.

Ich habe zehn Stück dieser 160mm-Toroide beim Highvoltageshop in Österreich bestellt, da es ab dieser Anzahl günstiger wird. Auch das restliche Material ist bereits bestellt.

Vielleicht werde ich die HV-Widerstände wie ein Baukastensystem ausführen, zusammensteckbar, schraubbar oder was auch immer. Dies würde dann halt etwas mehr Flexibilität bringen. Da die Widerstände aufgrund der bipolaren Ausführung der Kaskadentürme volles Potential gegen Erde führen, muss ich mir noch was überlegen, wie ich sie isoliert stützen werde, sodass beide Terminals sauber von der Erde getrennt sind. Evt. werde ich die Stützen ebenfalls mit PP-Abflussrohren ausführen, aber ich bin mir noch nicht 100% im Klaren über die Details der Konstruktion. Dennoch habe ich in der Vergangenheit immer wieder die Erfahrung gemacht, dass man auch einfach mal irgendwo beginnen muss, sonst schrecken einen die Problemstellungen im Vorfeld zu sehr ab :wink:

Für Vorschläge und Anregungen von Eurer Seite bin ich natürlich auch dankbar. Oftmals ergeben sich vollkommen neue Lösungsansätze durch die wertvollen Inputs von Eurer Seite.

Vielen Dank für’s Lesen und Gruss
kilovolt

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Hallo kilovolt,

ich wünsche Dir und Deiner Familie auch ein frohes und gesundes neues Jahr -
und natürlich auch allen anderen hier :blush:

Das sieht schon richtig gut und wuchtig aus und wird irgendwann einmal sicherlich ordentlich WUMMS geben :+1:
Mit elektrischen Feldformungen und deren Problemen kenne ich mich allerdings gar nicht aus und kann deswegen auch keine brauchbaren Tipps geben. Vielleicht aber einmal zur Konstruktion bestimmter vorhaben, da ich ja selbst auch sehr viel bastele.
Ich bin über ein leistungsfähiges Modul bei Aliexpress gestossen: einen Buckconverter mit bis zu 140V DC Eingangsspannung, bis zu 125V Ausgangsspannung und bis zu 22A - also gute 2000 Watt. Das Teil ist trotzdem recht kompakt und liefert nach ersten Tests recht gute Werte. Einen detallierteren Test mit Ermittlung des Wirkungsgrads will ich noch machen, habe mich aber ersteinmal entschossen, dem ganzen ein schönes Gehäuse zu verpassen :blush: Leider noch keine Fotos - sind gerade auf dem Sprung in den Skiurlaub - eine Woche Lenzerheide, Schweiz.
Das Teil hört übrigens auf den Namen XY-125-22 (für 125V Output und 22A) und verfügt auch über eine MPPT-Einstellung, d.h. es kann zur Nutzung der PV-Stringspannung bis 130…140 V genutzt werden. Meine Gartenhaus-PV liefert mir mit 4 Modulen a 450W nun bis zu 100V bei bis zu 20A - das passt gut :slight_smile: Demnächst mal Fotos und Testergebnisse dazu.

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Halllo Multi-kv,

danke für die guten Wünsche und schöne Ferien!

Beste Grüsse
kilovolt

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Inzwischen habe ich mit dem Bau der neuen Widerstände für die Kaskadensetups begonnen. Ziel war auch hier eine gute Feldformung, da diese Massnahme bei den Kaskadentürmen eine positive Wirkung zeigte. Um die Widerstände besser zu schützen, möchte ich die Widerstandskette diesmal in PP-Rohren führen, an deren Enden Toroide angebracht sind, um ein möglichst homogenes Feld zwischen den Elektroden zu gewährleisten. Zur besseren Veranschaulichung habe ich mal ein solches Konstrukt zusammengestellt, jedoch sind die Widerstandsketten noch nicht eingebaut. Von diesen Aufbauten möchte ich schlussendlich zwei Stück herstellen, um dem Bipolarmodus der Kaskaden Rechnung zu tragen. Es wäre natürlich deutlich einfacher, wenn man die Widerstände einseitig erden könnte, aber dann müsste ich bei der Kaskade auch in den sauren Apfel beissen und ein unipolares Konstrukt bauen. Dies würde nicht nur die Leistung deutlich vermindern, sondern auch Sprühverluste massiv verstärken bei gleicher Spannung.

Hier ein Bild, wie einer der Widerstände schlussendlich etwa aussehen könnte:

In beiden Teilstücken möchte ich eine Widerstandskette mit ca. 200 bis 250kOhm einbauen, somit hätte ich insgesamt etwa 400 bis 500kOhm pro Konstrukt und wie gesagt, dies möchte ich dann doppelt ausführen.

Eine Widerstandskette habe ich mal gelötet:

Diese besteht aus 25 Stück 10kOhm / 11W-Leistungswiderständen. Jeweils eine solche Kette ist gedacht zwischen dem mittleren Toroid und einem der Enden. Somit hätte ich also etwa 500kOhm / 550W in einem Aufbau pro Kaskade. Damit die Widerstände in form bleiben, muss ich noch irgendwas als Abstandshalter einfügen. Evt. nehme ich dafür einfach einen PVC-Schlauch odeer was ähnliches, das ich zwischen den Lücken der Widerstände reinwickle. Könnte wohl ein ziemliches Gefriemel werden. Die Widerstände passen so schon nur widerspenstig in das 7.5cm-Rohr. Wenn Ihr eine gute Idee für Abstandshalter habt, macht gerne Vorschläge. Bin dankbar um Tipps jeglicher Art.

Ein herzlicher Gruss
kilovolt

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Wow - das sieht recht aufwändig, aber auch interessant aus!
Welche Leistung verbraten denn die Widerstände im Betrieb bzw. wie heiß können die werden? Ggf. wird es da mit PVC-Schlauch schwierig, evtl. besser Silikon o.ä. Silikonschläuche sollten bis 150 oder 200 Grad C funktionieren und es gibt noch Hochtemperatursilikon (für Abdichtung von Kaminrohren o.ä.) bis ca. 300 Grad. Alternativ könnte man auch eine Wulst aus Ton formen und den dann mit den Widerständen hart werden lassen. Vorteil: sehr temperaturbeständig, nachteil: brüchig bei Stoß etc.
Um diese Dreiecksform zu stabilisieren könnte man auch einen Holzstab (Viertelstab oder speziell zugehobelt) verwenden und die Widerstände mit Silikondichtpaste aufkleben. Das sollte relativ fest werden und temp.beständig bis ca. 150-200 Grad sein. Problem könnte sein, dass in den Rohren die Luftzirkulation schlecht und damit die Wärmeabfuhr schwierig wird. Ich würde den Kamineffekt nutzen und die Rohre senkrecht aufstellen, so daß von unten Luft durchziehen kann.
Da das Ganze aber wohl nur immer kurzzeitig in Betrieb sein wird, sollte das kein allzu großes Thema sein. Wenn da aber 500W über 5 min. verbraten werden, dürfte es gut warm werden in den Rohren.

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