PV-Logger mit Fernauslesung/Mobilnetzübertragung

Hallo Leute,

vielleicht kennt sich hier jemand mit der Technik aus: Wir haben eine größere PV-Anlage auf gepachtetem Scheunendach mit 5 Strings und 5 WR (Refusol 4x20 kW und 1x12 kW) die ihre Daten über RS485 und USS (Universelles Serielles Schnittstellenprotokoll) an einen Solarlog 1000 GPRS übertragen. Der Solarlog schickt die aufbereiteten Daten über Mobilfunk (derzeit 1&1) in ein Webportal auf das wir dann Zugriff haben und die Daten fernauslesen können. Die PV-Anlage steht in Meck-Pom, wir wohnen 700 km entfernt.

Leider fällt die Datenübertragung regelmässig aus - den Grund kennen wir nicht. Alle 2-3 Monate müssen wir einen Elektriker beauftragen, der das Gerät resettet, dann hat es meist wieder gesendet. Jetzt waren wir vor Ort mit einem Elektriker und konnten den Solarlog nicht wieder komplett in Betrieb setzen. Er läuft zwar und meldet auf dem Display aktuelle Daten, aber er baut weder ein WLAN-Netz auf noch schickt er Daten ins Portal. Der Touchscreen scheint auch Macken zu haben und verläuft sich manchmal in Sackgassen.
Für das Gerät gibt es leider keine Wartung mehr, die Firmware ist auch 10 Jahre alt…

Jetzt überlegen wir, ob es nicht eine günstigere und zuverlässigere Alternative gibt, die Daten irgendwie ins Webportal zu bekommen? Für ein neues Gerät und die Installation sind wir schnell einen 4stelligen Betrag los und ob es dann reibungslos läuft ist ja auch fraglich.

Kennt hier jemand eine gute Alternative? Uns würden auch die Daten der einzelnen WR genügen, die können wohl selber auch in ein Portal von Refu (Früher Refusol) senden. Ich kopiere hier mal einige Passagen aus dem Manual rein:

Es gibt 2 Schnittstellen:

über RS485:
Die Schnittstelle RS485 unterstützt das USS - Protokoll (Universelles – Serielles – Schnittstellenprotokoll), welches zur Datenübermittlung z. B. an einen Datenlogger einer Fernüberwachung genutzt werden kann.
Beim Betrieb dieser Schnittstelle ist zu beachten, dass jeder Busteilnehmer eine eindeutige Adresse benötigt. Der Busabschluss erfolgt mittels Drahtbrücken an X14 am letzten Busteilnehmer (Inverter „n“).

USS–Adresse:
Eingabe 1–31
Adresse ist notwendig um über RS485 mit dem Wechselrichter zu kommunizieren.
Hinweis:
Die neue Adresse ist erst aktiv, wenn der Wechselrichter neu gestartet wurde.
Protokollabfrage über Ethernet:
Eingabe 1 oder 3
1: USS- und RTP–Protokoll
Baudrate: 9600, 19200, 57600 oder 115200

über Ethernet:
Zum Anschluss der Ethernetschnittstelle ist ein Ethernetkabel mit dem Aufbau S/FTP (shielded Foiled Twisted Pair) und der Stecker von PhonixContact Typ Quickon VS-08-RJ45-5-Q/IP67 zu verwenden.
Protokoll:
Eingabe 0 oder 1
0 = RTP–Protokoll
1 = USS– und RTP–Protokoll
Protokoll–Port:
Eingabe 1024….65535; Standardeinstellung 21062
Portnummer wird zur Kommunikation über Ethernet benötigt

Wenn ich es richtig gesehen habe, wird bisher die RS485-Schnittstelle mit dem USS-Protokoll verwendet. Es gehen nur 2 Datenadern aus dem Coax-Kabel von den WRn in den Solarlog. Wie die Daten aus den 5 WR da konsolidiert werden ist mir unklar.
Könnt ihr damit etwas anfangen?

Ausserdem habe ich zum Thema Fernüberwachung noch folgendes gefunden:

Zur Fernüberwachung stehen dem Anwender folgende Möglichkeiten zur Verfügung:
 REFUlog: Ein von REFUsol GmbH entwickeltes Portal zur Überwachung und Aufzeichnung von Solaranlagendaten. Nähere Informationen und Details finden Sie in der Bedienungsanleitung REFUlog, diese steht auf der Homepage www.refusol.com zum Download zur Verfügung.
 Web Log: Datenlogger von Fa. MeteoControl. Anschluss über RS485.
 SolarLog®: Datenlogger von Fa. Solare Datensysteme. Anschluss über RS485.
Für MeteoControl® und SolarLog® erfolgt die Auslesung der Daten aus den Wechselrichtern

Die 700km sind natürlich ein Problem.
Nur mal so meine Gedanken dazu…

Alle drei Wochen automatisch einen Reset durchführen?
(Es könnte ja sein, dass irgendwelche internen Speicher volllaufen)

Das WLAN-Netz mal checken?

Vielleicht verhaspelt sich die serielle Schnittstelle. Mal mit anderer
Baudrate testen? Wackelkontakt?

Wenn du mit den RS485 Ausgaben klar kommen würdest, es gibt bestimmt viele Methoden, um die Daten irgendwie ins Netz zu befördern, ob es nun gerade dieses Webportal sein muss?
(RS485 arbeitet mit symetrischen Kabeln. Also zwei differenzielle und ein GND)

Aber das alles 700km entfernt planen und testen geht halt nicht.

Mit dem Rest, den du da beschrieben hast, kenne ich mich allerdings nicht aus.

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Danke Lightsource für deine Ideen.
Soweit ich weiß, kann der Solarlog sehr viele Daten über Monate und Jahre speichern und verwaltet sich selber (die aktuellen schieben dann wohl die ältesten Daten raus). Es lief ja auch immer phasenweise, teils mehrere Monate, teils auch mal 1 Jahr ohne Probleme. Nachdem wir das Problem mehrmals bzgl. der Wartung moniert hatten, hat jemand dort eine Zeitschaltuhr vor die Stromversorgung des Solarlog gehängt, damit dieser jeden Morgen neu hochfährt. Davon rät allerdings das Handbuch explizit ab! :thinking:

Die Baudrate wurde auch bei der Erstinstallation nach Handbuch eingestellt und hat ja bisher so auch funktioniert (weiß gar nicht wie sie eingestellt ist bei den WR).
Das Ganze hat leider so viele Komponenten und gegenseitige Abhängigkeiten, das die eigentliche Ursache schwer auszumachen ist. Das Ganze sollte möglichst einfach und günstig sein. Wir brauchen nicht so viele Daten, wie sie der Solarlog zur Verfügung gestellt hat.