ich habe 6 alte Klinger Neontrafos von denen die Isolation schon überall abbröckelt. Ursprünglich wollte ich versuchen die Wicklungen mit Epoxidharz und Baumwollband einzuwickeln und so zu isolieren.
Allerdings frage ich mich jetzt ob ich mir nicht eine Menge Zeit sparen würde wenn ich sie einfach in einer Kiste mit Transformatorenöl versenke. Außerdem kann ich mir dann sicher sein das tatsächlich alles isoliert ist und ich nicht irgendeine Stelle mit dem Epoxidharz übersehen hab.
Könnte es mit dem Öl irgendwelche Probleme geben? Ist das empfindlich auf Verunreinigungen, die Trafos rosten zum Beispiel nämlich Stellenweiße schon ein wenig?
Danke schonmal im vorhinein:)
wenn du einen Isolator hast, der verseucht wird mit leitfähigem Material, ist das dann noch ein guter Isolator ?
Rost selber hat ja keine freien Elektronen mehr, aber trotz alledem können ja Eisenatome mit abgelöst werden oder worden sein und Eisen liefert somit wieder freie Elektronen, damit ist Rost kein Isolator, sondern nur ein verdammt schlechter Leiter, was wiederum dein Isolatormedium verseucht. Bei niedrigen Spannungen mag das ja alles noch einigermaßen gut gehen, weil der niedrigen Spannung somit ein hoher Widerstand entgegensteht, aber bei Hochspannung ist das kontraproduktiv. Ist der Widerstand bei Hochspannung einmal überwunden, bekommst du einen Lichtbogen. Lichtbögen sind Plasma und Plasma ist leitfähig.
… und einfach nur “Eintauchen” ist auch nicht schick, auch bei deinem Harz nicht. Du musst deinen Behälter evakuieren, also die Luft mit einer guten Unterdruckpumpe absaugen, dann sieht man die Luftblasen aufsteigen, wenn man dabei zuschauen kann, bzw, zappelt dann deine Unterdruckanzeige verdammt lange rum. Richtiges evakuieren dauert sehr lange und eigentlich hast du dann immer noch kein reines Vakuum, weil Sauerstoffatome kleben wie Scheiße am Schuh an allen möglichen Oberflächen. In der Raumfahrt wird deswegen das zu evakuierende Ding in eine Wärmekammer geschoben und erhitzt. Durch das erhitzen lösen sich die Sauerstoffatome und diese werden dann von der noch angeschlossenen Vakuumpumpe herausgefischt. Ingenieure für Raumfahrttechnik sind somit keine Aluminiumfolienfetischisten ( oder doch ? ), sondern die goldene Alufolie schützt empfindliche Bauteile des Objektes vor der Wärmestrahlung vom Heizofen.
Im alten Forum gab es, glaube ich, jemand mit dem gleichen Problem. Es wurde dann auch gelöst, ganz ohne Öl. Was es aber genau war weiß ich nicht mehr. Ich kann später mal nach dem passenden Thread suchen.
Eigentlich wollte ich den Threadersteller meine Frage stellen, welches Öl er nehmen will.
Zumindest nehme ich an, dass er kein echtes Trafoöl zuhause hat.
Ich gehe dann mal von Silikonöl aus. Das gibt es ja schon ziemlich dünnflüssig. Es soll ja von der Viskosität her in die engsten Bereiche kommen. Wichtig ist halt, dass es wirklich trocken und sauber ist.
Das was Death mit der Vakuumpumpe vorgeschlagen hat finde ich auch sinnvoll. Man benötigt halt ein zusätzliches Außengefäß, das in der Lage, ist das Vakuum zu halten, und nicht gleich kaputt zu gehen.
Alternativ dazu kann man auch das ganze mehrfach erhitzen und wieder abkühlen, durch das Erwärmen wird das Öl erstens etwas flüssiger und zweitens kann es durch den Temperaturwechsel nach und nach in das Innere vordringen.
Ich finde den ganzen Aufwand aber trotzdem eine große Panscherei. Und am Ende hat man so triefende Trafobehälter herum stehen.
Was man auch machen kann, man kann Parrafin nehmen. Dann hat man am Ende einen trockenen Trafoblock.
Wasserglas?
Ich weiß nicht recht, sobald es ausgetrocknet ist, ja. Aber bis dahin wird es je nach Wassergehalt Strom leiten.
Das mit dem Vakuum beim Epoxid war mir bewusst da ich aber keine Vakuumpumpe+Kammer habe hatte ich gehofft das man bei Öl ohne Vakuum auskommen würde da es dünnflüssiger ist. Es geht ja außerdem nur um die äußere Isolation der HV Windungen, das Öl muss also eigentlich nicht wirklich tief eindringen.
Ich häng euch einfach mal ein paar Fotos ihr euch den Zustand der Trafos besser vorstellen könnt:)
Ich weiß nicht, ob da überhaupt etwas eindringen kann. Für mich sieht das so aus, als wäre es innerlich schon irgendwie vergossen, oder?
Wahrscheinlich würde ich da nur äußerlich die feinen Drähte sichern.
Vor allem aber mit einem guten Messgerät messen, ob nicht irgendwo ein Kurzschluss (auch hochohmig, falls z.B. Feuchtigkeit drin ist), oder Bruch ist. Ob jeweils die beiden zusammengehörigen Spulen etwa den gleichen Widerstand haben.
Mal sehen, was die anderen hier dazu sagen.
Lithiumwasserglas ist teurer, aber dünnflüssiger. Wasserglas härtet durch CO2 aus. Das bedeutet aber auch, dass es nichts nutzt, wenn es in deinen Trafo eingedrungen wäre, und außen schon getrocknet ist. Dann hast du nämlich innen immer noch die stromleitende Flüssigkeit.
Du kannst aber nach und nach außen dünne Schichten aufbringen, die du jeweils aushärten lassen müsstest. Ich würde das zumindest so machen, falls ich das wollte.
Ja die Wicklungen sind innerlich aufjedenfall vergossen. Wenn diese innere Isolation beschädigt ist wird man sowieso nichts mehr machen können. Mir geht es nur darum die einzelnen Wicklungen zueinander und zum Kern zu isolieren und zu hoffen ob innen noch alles intakt ist.
Ich habe zum messen leider nichts besseres da als ein Multimeter, das zeigt mit für alle Sekundärwicklungen den selben Widerstand von 1,54 kΩ an. Ich fürchte aber ein Multimeter ist bei solchen Spannungen nicht sehr Aussagekräftig. Ich habe einen der Trafos mal bei einem Bekannten mit einem Isolationsmessgerät mit 1000V getestet.
Das Lithiumwasserglas ist schon etwas teuer, wenn man nur ein paar dünne Schichten braucht denke ich ist es eigentlich eine gute Option. Mein Bedenken wäre nur das es im Vergleich zum Öl nicht mehr zu entfernen ist.
Bräuchte man jetzt bei Öl auch ein Vakkuum, dann kann ichs so sowieso nicht machen?
Wenn es mit Öl geht, soll ich die Trafos dann davor noch irgendwie reinigen, wenn ja wie?
Ich wäre auch interessiert an einem einfachen, ungiftigen, am besten noch wasserlöslichen Mittel, um Silikonöl zu entfernen.
Je dünnflüssiger, umso weniger Vakuum ist nötig. Kannst das auch noch mit Ultraschall unterstützen, aber mit US nicht übertreiben, nicht dass sich die Drähte aneinander reiben und dadurch ihre Isolation verlieren.
Gute Frage, irgendwelche verkohlten Teile, die also Strom leiten könnten, das wäre gut, wenn die weg wären. Wenn diese sich aber mit dem Wasserglas tränken lassen und gut austrocknen, kann man die bestimmt auch dran lassen. Der Trafo muss ja nicht glänzen und in der Sonne blinken.
Der schwarze Belag, ist das Pech oder verkohlte Papier-Reste, oder? Falls die Trafos richtig heiß werden, wie wird dann die Wärme abgeführt, wenn du sie in Öl einlegst? Du willst wohl kaum das Öl umpumpen. Öl ist nicht nur ein schlechter Stromleiter, es leitet Wärme auch schlecht ab. Wenn du sie also nicht tauchst, hast du immerhin die Möglichkeit einen Lüfter zum Kühlen zu verwenden.
Ja vollständig entfernen ist beim Öl auch nicht einfach da hast du Recht, ich meinte aber eher nur das es eben nicht fest wird, obwohl ich ehrlich sagen musst das mir auch nicht wirklich eine Situation einfällt in der die feste Wasserglas Schicht ein Problem wäre
Das auf dem ersten Bild ist ein Stück Pappe und das was sich von den Wicklungen runterlöst ist denke ich in Kunstharz getränktes Baumwoll oder Glasfaser Isolationsband, so genau kann ich das nicht mehr sagen. Es ist alles komplett spröde und zerböselt sehr leicht. Ich denke nicht das es verkohlt ist, sondern einfach nur sehr alt.
Die Trafos sollten auch eigentlich nicht heiß werden, hab ein paar andere sehr ähnliche und die können ohne aktive Kühlung problemlos den ganzen Tag laufen.
… Wasserglas habe ich nicht vorgeschlagen, weil es beim Aushärten (durch den Wasserverlust) einiges an Schrumpf entwickelt … das kann die Spule verformen oder beschädigen
Das mit dem Wasserglas hatte ich mir auch mal überlegt. So als Beschichtung mit nem bisschen Quarzmehl dazu zur Luft für HF Trafos.
Oft hat man bei denen ja das Problem dass es zu Coronaentladungen kommt an der Grenzfläche von Isolierung zu Luft zum zeug auf Erdpotential. Und meistens Isoliert man ja mit irgendwas organischem, Epoxid/PU Harze und so. Mit der Zeit baut sich da dann oft eine Kohlenstoffschicht auf.
Wenn da dann irgendwas Keramisches oder so ein Wasserglas zeug dazwischen ist was nicht so empfindlich auf schnelle Elektronen, Ozon, Stickoxiden und dem sonstigen bösen Zeug reagiert könnte das helfen.